Publikation Bildhauerei

Olaf Mückain
Wilhelm Gerstel. Das Frühwerk
292 S., 344 Abb., 79 Werkverzeichnisnummern (Bildwerke 1899-1914), Kurzbiographie, Bibliographie, Register;
fester Einband
2010 (LETTER Schriften Bd. 19)
ISBN 978-3-930633-16-6     € 75,00
 

Dieser Band der LETTER Schriften bietet erstmals einen Gesamtüberblick über die teilweise verschollenen, bislang oft unbekannten und unerforschten Werke aus der frühen Schaffensperiode des Karlsruher Bildhauers. Sein bekannteres Spätwerk ist das des selbstsicheren Lehrers, aber auch eines Bildhauers der seine Formensprache nicht mehr verändert. In seinem Frühwerk dagegen zeigt sich Gerstels Wollen, die vielversprechende Entwicklung seiner künstlerischen Ausdrucksweise, die durch den Ersten Weltkrieg abrupt abbrach und zu der er nicht wieder zurückfand.  

In der Auseinandersetzung mit Hildebrands Thesen und der Berliner Secession entwickelt Gerstel seine eigene Formensprache. Seine Kunst bleibt verhalten und zeigt sich nur wenig expressiv, wenig bewegt. Die Kriegsgefangenschaft, in die der Künstler bereits 1914 gerät, bewirkt einen tiefen Einschnitt in seinem Schaffen. Nach dem Ersten Weltkrieg wird er 1920 Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und geht völlig im Lehrerdasein auf. 

Die vorliegende Arbeit bietet auf dreifache Weise Zugang zu dem Frühwerk des Bildhauers: Der Textteil stellt die Werke in den zeitlichen Kontext. Das anschließende Werkverzeichnis erfaßt erstmals sämtliche Bildwerke von 1899 bis 1914. Die beiliegende CD-Rom enthält den Briefwechsel zwischen Gerstel und seiner späteren Ehefrau Mili Plump, eindrückliche Briefe an Gerstels künftigen Schwiegervater, Korrespondenz mit Freunden sowie Dokumente zum Wettbewerb und zur Entstehung des Johann-Peter-Hebel Denkmals in Lörrach.

Adam 1910