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Die vorliegende Arbeit
bietet erstmals eine in materialästhetischer wie
herstellungstechnischer Hinsicht
umfängliche Untersuchung des in der Bau-
und Bildkunst des 19. Jahrhunderts vielfach verwendeten Zinkguß. In
Abweichung zur gängigen Forschungsmeinung wird der „Berliner Zinkguß“
hier als Stil verstanden, für den der Gießer Moritz Geiss die
ideell-technischen Voraussetzungen schuf, während seine Materialästhetik
eng mit der Persönlichkeit des Architekten Karl Friedrich Schinkel
verbunden ist.
Bereits
Ende der 1830er Jahre hatte sich Zink als Material der Bau- und Bildkunst
in erheblichem Maße durchgesetzt. Seiner Verbreitung kam die mit dem
Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. (1840) immens verstärkte Bautätigkeit
in Berlin und Umgebung zugute, wie zahlreiche Bildwerke aus Zink in den
Parkanlagen von Sanssouci, Glienicke oder Babelsberg, aber auch die
Verwendung des Materials im Villen- und Wohnhausbau, bei Denkmälern, repräsentativen
Gebäuden oder in der Sakralarchitektur belegen. Das Phänomen des Berliner Zinkgusses ist wesentlich mit dem Problem der
Oberflächenveredelung verbunden, für das man mit der seit 1850 zunehmend
verbreiteten galvanischen Verkupferung eine ideale Lösung gefunden zu
haben schien. Die optische Angleichung an den Bronzeguß führte jedoch zu
einer fortschreitenden ästhetischen Abwertung des Zinks, das man nunmehr
als „Surrogatmaterial“ wahrnahm.
Von
den Anfängen bis hin zur Etablierung des Materials und schließlich dem
fortschreitenden Bedeutungsverlust in den 1860er und 1870er Jahren
zeichnet die Autorin mit akribischer Genauigkeit die Weiterentwicklung und
Verbreitung des Zinkgusses nach.
Der Blick auf denkmalpflegerische Maßnahmen insbesondere der 1990er
Jahre bildet den Abschluß der Arbeit und reflektiert kritisch die heutige
Rezeption des Metalls. |
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| Friedrich Tieck (Entwurf) Klio nach 1847 | ||||||