Sabine Hierath
Berliner Zinkguß
Architektur und Bildkunst im 19. Jahrhundert
Die vorliegende Arbeit bietet erstmals eine in materialästhetischer wie herstellungstechnischer Hinsicht umfängliche Untersuchung des in der Bau- und Bildkunst des 19. Jahrhunderts vielfach verwendeten Zinkgusses. In Abweichung zur gängigen Forschungsmeinung wird der Berliner Zinkguß hier als Stil verstanden, für den der Gießer Moritz Geiss die ideell-technischen Voraussetzungen schuf, während seine Materialästhetik eng mit der Persönlichkeit des Architekten Karl Friedrich Schinkel verbunden ist. Bereits Ende der 1830er Jahre hatte sich Zink als Material der Bau- und Bildkunst in Berlin und Umgebung etabliert, wie zeitgenössische Denkmäler und zahlreiche Bildwerke in den Parkanlagen von Sanssouci, Glienicke oder Babelsberg, aber auch die Verwendung im Villen- und Wohnhausbau, bei repräsentativen Gebäuden oder in der Sakralarchitektur belegen.
Von den Anfängen bis hin zur Etablierung des Materials und schließlich dem fortschreitenden Bedeutungsverlust in den 1860er und 1870er Jahren zeichnet die Autorin mit akribischer Genauigkeit die Weiterentwicklung und Verbreitung des Zinkgusses nach. Der Blick auf denkmalpflegerische Maßnahmen insbesondere der 1990er Jahre bildet den Abschluß der Arbeit und reflektiert kritisch die heutige Rezeption dieses Metalls.