Olaf Mückain
Wilhelm Gerstel
Das Frühwerk
Diese Publikation bietet erstmals einen Gesamtüberblick über die teilweise verschollenen, bislang oft unbekannten und unerforschten Werke aus der frühen Schaffensperiode des Karlsruher Bildhauers. Sein bekannteres Spätwerk ist das des selbstsicheren Lehrers, aber auch eines Künstlers, der seine Formensprache nicht mehr veränderte. In seinem Frühwerk dagegen zeigt sich Gerstels Wollen, die vielversprechende Entwicklung seiner künstlerischen Ausdrucksweise. In der Auseinandersetzung mit Hildebrands Thesen und der Berliner Secession entwickelte Gerstel seine eigene Formensprache. Seine Kunst blieb verhalten und zeigte sich nur wenig expressiv. Die Kriegsgefangenschaft, in die er bereits 1914 geriet, bewirkte einen tiefen Einschnitt in seinem Schaffen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er 1920 Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und ging völlig im Lehrerdasein auf.
Die vorliegende Arbeit bietet auf dreifache Weise Zugang zu dem Frühwerk des Bildhauers: Der Textteil stellt die Werke in den zeitlichen Kontext. Das Werkverzeichnis erfaßt erstmals sämtliche Bildwerke von 1899 bis 1914. Die beiliegende CD-Rom enthält den Briefwechsel mit seiner späteren Ehefrau Mili Plump, Briefe an Gerstels künftigen Schwiegervater, Korrespondenz mit Freunden sowie Dokumente zum Johann Peter Hebel-Denkmal in Lörrach.